Buchbesprechungen

„Die Welt ist fortgeschritten; es ist warm, unerträglich warm. Atemraubend „fällt“ schon der Morgen ins airkonditionierte Zimmer. Auch der Pandemien ist kein Ende, aber das erfährt der Leser erst später.
Zwei Menschen fortgeschrittenen Alters sitzen im Appartement einer Seniorenresidenz im schönen Schwarzwald. Exponierter Parkblick, abgeschnitten vom Leben.
Er, ein pflichtbewusster Offizier a. D. räsoniert über das Abgeschobensein, fühlt sich „beinamputiert“, sein innerer Reichtum liegt brach in der Routine des Betriebs.
Nur eines können, vermögen sie noch, die beiden Alten: ein Leben zu retten. Das eines Kätzchens – das letzte seiner Art. Denn die Gattung Felidae ist infolge einer für den Menschen tödlichen Seuche weltweit ausgerottet.
Lastwagen voller Katzenleichen, restlos entsorgt. Wer dächte da nicht an anderes; und diese Assoziation stößt auf. Ein einziges Exemplar konnte dem staatlichen Vernichtungsfeldzug entkommen und wird, von seinem Enkel anvertraut, nun rührend vom Ex-Militär gepflegt. Das süße Tierchen aber entpuppt sich als todbringend und die namenlose Erzählerin sieht sich am Ende mit der Katze und deren entseeltem Retter eingeschlossen, wie ehemals die bei lebendigem Leibe eingemauerten Pestkranken: „So ist das also!“
Wer den Schlüssel umgedreht hat, bleibt als Schlussfrage eigentlich unerheblich. Natürlich die als Klinikpersonal konfigurierende anonyme Macht. Eine böse Parabel auf die Zumutungen unserer Zeit und die Frage, wie weit wir bei der Sorge um die allgemeine Gesundheit bzw. das „allgemeine Beste“, sprich Volkswohl, zu gehen bereit sind.“
(Stefan Tolksdorf, Autor und Kulturjournalist, 8.10.2020, Besprechung von „Der Tod auf vier Pfoten“, Kurzgeschichte von A. Rudolph in der Anthologie „Pandemie“, Hirnkost Verlag Berlin.)

„Eine sehr schöne Kurzgeschichte, alle Merkmale sind enthalten. Auch der Schluss ermöglicht eine aus der Geschichte gehende Deutung: der Mainstream holt die individuelle Entscheidung, den persönlichen Mut gegen die Masse ein: jemand verschließt von außen die Tür, nachdem er entdeckt hat, dass hier gegen das staatlich verordnete Gesetz für „alle“ aus  individuellem Mitleid und mit individuellem Mut gehandelt worden ist. Diejenigen sind nun „in der Falle“ und können dem Gesetz zugeführt werden. Der Denunziant wird ein offizieller Held. Aufbau, Sprache, (auch Metaphorik und Symbolik) Inhalt und Gehalt und vor allem der Unterschied zwischen den letzten beiden Prinzipien werden gut aufgezeigt.
Ich sage „danke“, weil ich gerade eine bereichernde Mußestunde hatte!“ (Inghard Wellner „Der Tod auf vier Pfoten“, von A. Rudolph, Oktober 2020)

„Das fadengeheftete Hardcover ist auf schwerem Hochglanzpapier gedruckt, um nicht nur den über dreißig Stories gerecht zu werden, sondern vor allem den Künstlern und den fast vierzig Grafiken, die aus dem über 460 Seiten umfassenden Sammelband ein echtes Artbook machen. Das alles darf natürlich nicht den Blick verstellen auf die Stories, bei denen es sich oftmals um die besten und engagiertesten Texte der jeweiligen Autor*innen handelt…Wenn wir dem Drecks-Virus sonst schon nur mit Weh und Klage begegnen können, so verdanken wir Corona jetzt wenigstens diese geile Anthologie. Ein MUSS!“ ( Besprechung von Pandemie, Hirnkost Verlag, Zitat aus Temporamores-Newsletter#327-1-10-2020)

„Katzen gibt es nicht mehr. Sie übertrugen die Katzenseuche und wurden ausgerottet. Ein Lecken oder Kratzen kann tödlich für Menschen sein. Marlene und Herr König im Seniorenheim sind Freunde. Er vertraut ihr an, er habe eine Katze. Tatsächlich? Die gibt es doch nicht mehr. Doch tatsächlich. Sie wohnt draußen, er füttert sie, ist vorsichtig mit ihr. Doch eines Tages kommt es natürlich doch zu einem Vorfall. Und zu einem wahrhaft gelungenem Schluss.“ (Zitat aus der Buchbesprechung von Yvonne Thunat, zur Kurzgeschichte „Der Tod auf vier Pfoten“ von A. Rudolph in der Anthologie: „Pandemie“, Verlag Hirnkost, Berlin, www.rezensionsnerdista.de/2020/09/30/pandemie)

„Ein verzwickter Fall, imposant gelöst.“
(Bad. Zeitung, Eisenbach, „Der letzte Spargel“ von A. Rudolph, Kriminalroman bei emons. Lesung April 2019)

„Die Ostertage habe ich genutzt um den letzten Spargel zu verspeisen und ich muss sagen, es war ein gar köstliches Gericht…Chapeau!“ (Dr. J. Hacker, Eisenbach, 2019)

(zg) Der Spargel kommt, die Witwe geht. Es ist angerichtet: Das Tafelsilber schimmert, Spargelduft zieht durch den Salon … nur die Hausherrin liegt erschlagen in ihrem Blut. Autorin Alexa Rudolph verwehrt dem Mordopfer Henriette von Schubert in ihrem Krimi „Der letzte Spargel “ (Emons Verlag, 2018) ein letztes köstliches Spargelessen. Dafür hält sie ihre Leser mit rasanten Wendungen und makabrem Humor in Atem. In unterhaltsam-schnoddrigem Ton erzählt sie von zarten Spargelköpfen und skurrilen Charakteren, von Gier und Habsucht… (Sinsheim-lokal, Internet-Zeitung, Besprechung von „Der letzte Spargel“, April 2019)

„Im Gegenteil: Poensgen hebt das kulturelle Kriminiveau, ohne deplatziert, zu gewollt oder aufdringlich zu wirken. Allein deshalb ist „Der letzte Spargel“ ein Vergnügen. Der Fall ist spannend, komplex und voller Überraschungen, dabei erfrischend unkompliziert. Der Showdown ist charakterstark inszeniert und erinnert dank markanter und subtiler Individualität von Kommissar und Täter an Kult-Ermittler wie Brunetti, Martin Beck oder Barnaby. Nicht unbedingt üblich für einen Regional-Krimi, aber die besten Empfehlungen stehen ja bekanntlich nie auf der Karte“ (Buchbesprechung nic4u.worldpress.com 2018)

„Stimmungsvoll zeigt sie Land und Leute im Breisgau und hat mit einem Ermittler im Rollstuhl einen Trumpf im Ärmel.“ (Stadtmagazin Xaver, „Der letzte Spargel“, Mai 2018)

„Es ist der zweite Fall in der Poensgen Reihe, man muss den ersten aber nicht kennen, um den zweiten zu lieben.“
(Magazin für die Frau, „Der letzte Spargel“, Mai 2018)

„Elegantes Gemüse trifft auf grausamen Mord.“
(Freiburger Schreibkiste, „Der letzte Spargel“, März 2018)

„Besonderer Fokus liegt auf den liebevollen und versierten Landschaftsbeschreibungen: Dank Rudolphs erfahrenem Blick einer Malerin entsteht vor den Augen des Lesers ein lebendiges Bild. Der letzte Spargel überzeugt auch durch makabren Humor, unterhaltsam-schnoddrigen Ton und eine Vielfalt an Figuren, die alle ihre skurrilen Eigenarten aufweisen. Alexa Rudolph kann lustig und ernst und verbindet in ihrem Kriminalroman beides zu einem aberwitzigen Freiburger Abenteuer. Ein kreativer, witziger Krimi, der vergnügliche Lesestunden verspricht.“ (www.regionale-krimis.de, „Der letzte Spargel“, April 2018)

„… es war ihr letzter Spargel. Poensgen lässt nicht locker und ermittelt zwischen den Reblandschaften und Spargelfeldern im Kaiserstuhl. Das eigentliche Geschehen rund um den Mord, wird für den Leser manches Mal zur Nebensache, denn es geht um Poensgen, der mit seinem körperlichen Handicap leben muss, um Freundschaft und berufliche Beziehungen. So wechselt der Kriminalroman zwischen Spannung, Nachdenklichkeit und Humor.“ (Magazin Bergisch genießen, „Der letzte Spargel“, April 2018)

„Das ist alles recht launig und überraschend geschrieben, der aus dem Rollstuhl ermittelnde Kommissar Poensgen ist originell genug gezeichnet, um die Spannung aufrecht zu halten. In Summe ein wunderbarer Regionalkrimi, der die Zeit bis zur Spargelsaison unterhaltsam überbrückt. Schlüssig sind Tat und Ermittlung, appetitanregend die Beschreibung der Mahlzeiten.“ (Tellerschubser H. Scholl, Kulinarische Randnotizen aus München, „Der letzte Spargel“, April 2018)

Beitrag zu "Der letzte Spargel"

von Recherche - das Magazin, Antenne Saar 9.5.2019

„Ein köstlich, fesselnder Krimi für Feinschmecker mit makabrem Humor.“
(Masslosessen.com, „Der letzte Spargel“, April 2018)

„Neben Kommissar Poensgens hat die Autorin noch einige weitere ungewöhnliche Charaktere geschaffen. Diese geben dem Krimi die besondere Note. Die Handlung ist verwickelt und nimmt des Öfteren eine unerwartete Wendung. Dadurch bleibt sie bis zuletzt spannend.“ („Der letzte Spargel“, lesen.abs-textandmore.de)

„Gier, Leidenschaft, Mord. Ein Spargelmord mit tödlichen Zutaten, der Krimiliebhabern und Feinschmeckern genüsslich auf der Zunge zergehen wird.“ (Agentur Buch Contact, 2018, „Der letzte Spargel“, A. Rudolph.)

„… Für einen weiteren Fall gut ist der Ermittler. Kommissar Poensgen sitzt im Rollstuhl, sieht aus wie Wikileaks-Gründer Julian Asssange und hat Charisma. Eine solche Figur erfindet man nicht für einen einzigen Auftritt.“ (Joachim Feldmann, CulturMag CrimeMag, Bloody Chops, „Das Schweigen der Schweine“, Okt. 2016)

„…Die Freiburger Autorin (selber im beschaulichen Südschwarzwald aufgewachsen) geht wirklich nicht zimperlich um mit ihren Charakteren, und das ist ziemlich erfrischend – und auch erschreckend angesichts der abgründigen Gedanken der Figuren.“
(Zitat aus dem Schaffhauser Anzeiger, Besprechung von „Das Schweigen der Schweine“, Kriminalroman, Sept. 2016)

„… Hans-Josef Poensgen schließlich, der seit einer Hooligan-Attacke im Rollstuhl sitzt und schon einmal andere Menschen als Augen benutzt, wenn er irgendwo partout nicht hinkommt, hat wie alle Ermittler seit Edgar AllanPoes C. Auguste Dupin und Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes so seine Spleens. Er sammelt Affenfiguren und steckt sich immer wieder Zigarillos in den Mund, ohne sie anzuzünden, denn: „Ein bisschen muss ich mir den Genuss noch einbilden.“ Weil Alexa Rudolph mit ihren Figuren auch dann noch freundlich verfährt, wenn diese sich zum Finale hin von der unsympathischen Seite zeigen, nimmt sie den Leser für sie ein, ja lässt einem die Protagonisten ans Herz wachsen…“ („Das Schweigen der Schweine“. Besprechung: Adrian Steineck, Der Sonntag 2.10.2016)

„Superspannend von der ersten bis zur letzten Seite, einfach saugut!“
(Frankfurter Stadtkurier, Sept. 2016 über den Kriminalroman „Das Schweigen der Schweine“, von A. Rudolph.)

„Ich habe mich am Anfang auf eine völlig falsche Spur führen lassen. Aber genau so mag ich meine Krimis, spannend, gut recherchiert und am Schluss dann noch mal eine überraschende, aber stimmige Auflösung. Von meiner Seite aus für den ungewöhnlichen Kommissar und sein Team volle Sternchenzahl!“ (www.leseleidenschaft.de im Sept. 2016 Besprechung des Kriminalromans „Das Schweigen der Schweine“.)

„… der Kettererhof also scheint Geheimnisse zu bergen, die Schwarzwälder geben sich dickköpfig, zugeknöpft und unkooperativ. Nicht alle freilich – so entpuppt sich der alte Hausarzt Ignazius Haberstroh als plauderfreudiger Zeitgenosse mit Helfersyndrom. Viel zu tun für Kommissar Poensgen: Alexa Rudolph führt den Fall über überraschende Wendungen und einen stabilen Spannungsbogen auf das Ende zu, das weit in die Vergangenheit der Ketterers führt.“ (Heidi Ossenberg, Badische Zeitung 20.8.2016 Buchbesprechung „Das Schweigen der Schweine“, Verlag emons Köln.)

„In einer sehr unterhaltsamen, fesselnden und nicht zuletzt werbewirksamen Weise unterließ es die Autorin jedoch tunlichst, zur Entschlüsselung des angedeuteten Plots beizutragen. Die vorgetragenen Passagen waren weniger für das Verständnis der Handlung relevant, vermittelten dem Publikum aber einen Eindruck von dem sehr eleganten Sprachstil, der gleichzeitig durch prägnant gezeichnete und mit dem Leser oftmals humorvoll auf Tuchfühlung gehenden Beobachtungen zu bestechen weiß. Die Autorin versprach eine sehr unkonventionelle Auflösung“ (milo., Badische Zeitung 2014 zur Lesung A. Rudolphs in der Mediathek in Wehr aus ihrem Roman: „Das seltsame Leben der Scarlett Ostermann“.)

„Alltagssituationen, Beziehungsgeschichten, Lebensentwürfe – eine kleine Verschiebung in der Wahrnehmung und schon gerät das Reale ins Surreale – das ach so schöne Eigenbild zerläuft durch die Realität zu einem banalen Klecks – ein kleines Detail bringt das Gefüge ins Wanken – und stimmt das alles überhaupt? Alexa Rudolphs Beschreibungen des Alltags öffnen immer wieder eine andere, unwirkliche Ebene. Schon ihre Bilder und Performances waren von der Absurdität des Alltags durchzogen … ihre Sprache ist stets schnörkellos, glasklar und treffend“ (Presseinformation der Agentur Buch-Contact 2011)

„Es sind kleinere oder längere Erschütterungen, mal ironisch übertüncht, mal existentiell koloriert, mal mit virtuoser Hand modelliert, mal bloß Staccato, luftig huschend, aber nie mit falschen Kraftausdrücken gespickt, sondern immer sehr knapp motiviert und sparsam. An die großen Lateinamerikaner erinnernd, oder auch an die magischen Realisten, Cortazar, Bodor, Borges u.s.w. Ein Hauch von Zärtlichkeit. Ein brauner Teppich. Elfuhrläuten. Der kleine Herr Schubert. Aber auch die knappe Beschreibung der Schwalben ist beeindrucken, eine zarte Tuschezeichnung, poetisch versponnen und doch vertieft und vielsagend, besser gesagt: vieles andeutend, aber nie banal oder wirklichkeitsüberladen. „(Csaba Báthori, Schriftsteller und Übersetzer, Budapest 2010 Besprechung von Lyrik I, „kurz gesagt“, vierzig Gedichte von A. Rudolph. Abdruck und Übersetzung im ungarischen Literaturmagazin „Napúst“.)

„Etwas bricht ein in die sorgsam gepflegte Routine – es ist immer der Tod. Ein kleiner Tod zumeist, der Tod der anderen, den man sich tunlichst vom Halse halten muss… Mitunter schwimmen die großen Themen, die Erinnerung an den Tod und die Möglichkeit der Liebe, ganz en passant vorbei, wie in einem zitierten Gedicht von John Donne etwa… Alexa Rudolph hat das Thema nie gescheut – im Gegenteil. Mit wacher Neugier schaut sie beim Schlachten zu, legt auch mal selbst Hand an, ihr Happening auf dem Tierfriedhof war eine kuriose Feier der Vergänglichkeit allen Fleisches. Natürlich ist man geneigt, Paralellen zu ihrer Malerei zu suchen, – und entdeckt sie in Alexa Rudolphs entschiedener Vorliebe fürs Groteske, in der von ihr bevorzugten „Schräglage“. Der dinglichen Eindeutigkeit ihrer burlesken, collagehaften Bildideen entspricht die Lakonie einer Sprache, die auf Tief – und Hintersinn verzichtet und doch Situationen und Typen mit filmischer Präzision auszuleuchten vermag.“ (Stefan Tolksdorf, Autor und Kulturjournalist, BZ Freiburg, 2009, Rezension „Im Keller brennt Licht“, dreizehn ungehörige Geschichten.)

„Mit jähen Wendungen enden viele der Geschichten, in denen Normalität zwar bestehen bleibt, aber sich unter der Hand in ein surreales Schauspiel verwandelt. Alexa Rudolphs ungehörige Geschichten sind phantasievolle Eskapaden, um hinter die Kulissen der braven und wohl geordneten Bürgerlichkeit zu blicken.“ (Lerke von Saalfeld, Radio Bremen 2009, Buchbesprechung von „Im Keller brennt Licht“, dreizehn ungehörige Geschichten, Hardcover mit Abbild. eines Gemäldes der Künstlerin, modo Verlag)

„Eine verschrobene, gewitzte Alte, ein bizarres Schwulenpärchen, eine hinterlistige Gattin und ihr noch hinterlistiger Mann, ein Hauptkommissar, eine einsame alte Obdachlose, ein in Verwirrung gestürzter Bauer – das ist die Personnage, die durch Alexa Rudolphs Geschichten tanzt. Sie geht sparsam, aber auch kalkuliert mit den Worten um, der Ton des Erzählens ist in einer wunderbaren Mischung aus Distanz und Nähe gehalten.“ (Redaktion Denis Scheck, Deutschlandfunk, Radio Interview mit Buchbesprechung von „Im Keller brennt Licht“, dreizehn ungehörige Geschichten.)